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radioaktiv Kernkraft

Wiederaufbereitungsanlage

Eine Wiederaufbereitungsanlage ist eine technische Anlage, die der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstäbe aus Kernkraftwerken dient. Kommerzielle Wiederaufbereitungsanlagen befinden sich in Europa in La Hague (Frankreich) und in Sellafield (ehem. Kernkraftwerk in Windscale, Grosbritannien). Demonstrations-Wiederaufbereitungsanlagen gibt es in Mol (Belgien) und Karlsruhe (Deutschland).

Wiederaufbereitung von Atommüll

atom abfall

"Wiederaufarbeitung" - ein harmlos klingendes Wort für ein riskantes chemisches Verfahren, das hochgiftiges Plutonium und Uran aus abgebrannten Brennelementen abtrennt. Ziel dieses Verfahrens: Recyceltes Uran und Plutonium in neuen Brennelementen wiederzuverwerten. Doch der "geschlossene Brennstoffkreislauf", von dem die Atomindustrie gerne spricht, existiert nicht. Einmal abgebrannte Brennelemente lassen sich nicht runderneuern und wiederverwenden.

Auch das Atommüll-Problem ist durch die Wiederaufarbeitung nicht zu lösen - im Gegenteil: Von Entsorgung kann bei der Wiederaufarbeitung keine Rede sein: Da zahlreiche Hilfsstoffe, Chemikalien und Werkzeuge eingesetzt werden, vervielfachen sich die Atommüllberge um das 20fache. Der grösste Teil des hochradioaktiven Mülls ist bisher in die Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield (Grossbritannien)und La Hague (Frankreich)abgeschoben worden. Ausserdem ist unklar, was mit den grossen Mengen des abgetrennten Plutoniums geschehen soll, das überdies eine weitere ständige Gefahr darstellt, da es sich zum Bau von Atombomben eignet.

Kernenergie: Brennstoff-Kreislauf

Brennstoff-Kreislauf

Wiederaufbereitung:
In Betrieb befindliche Anlagen

Grossbritannien: In Sellafield, früher "Windscale" genannt, sind zwei Anlagen in Betrieb. Die ältere Anlage dient dazu, abgebrannte metallische Brennelemente aus den britischen Magnox-Reaktoren aufzuarbeiten. Die neuere THORP-Anlage (Thermal Oxide Reprocessing Plant) ist für die Wiederaufarbeitung von oxidischen Brennstoffen ausgelegt, die sowohl aus den britischen AGR-Reaktoren (Advanced Gas-cooled Reactors) als auch aus Leichtwasserreaktoren (LWR) im Ausland stammen.

Frankreich: In La Hague gibt es ebenfalls zwei Wiederaufarbeitungsanlagen. Eine ist für französische Brennelemente vorgesehen. Die relativ ähnliche andere Anlage dient der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren ausländischer Kunden.

Indien: In Indien wurde 1964 die erste kleine Anlage zur Wiederaufarbeitung von Forschungsreaktorbrennstoff in Betrieb genommen (Trombay). Eine grössere Anlage für Brennelemente aus Leistungsreaktoren befindet sich in Tarapur. Mit der Inbetriebnahme einer weiteren Anlage bei Kalpakkam wurde Anfang 1997 begonnen.

Japan: Seit 1977 ist eine Anlage im Dorf Tokai in Betrieb. Nach einem Brand mit anschliessender Explosion in der Abfallbituminierungsanlage im März 1997 wurde der Betrieb eingestellt und erst im November 2000 wieder aufgenommen.

Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho: Eine grössere Anlage in Rokkasho ist seit 1993 im Bau. Die Bauarbeiten verzögerten sich um mehrere Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Mit Sicherheitsüberprüfungen vor Inbetriebnahme wurde Ende 2014 begonnen, die im Mai 2020 von den Behörden abgenommen wurden. Ein kommerzieller Regelbetrieb ist ungewiss, da Japans schneller Brüter zwischenzeitlich stillgelegt wurde.

Russland: Zwei Wiederaufarbeitungsanlagen sind in Tomsk in Betrieb. Über weitere Anlagen in Tomsk oder in Schelesnogorsk liegen nur wenige Informationen vor.

USA: Die ursprünglich zu vornehmlich militärischen Zwecken errichtete Anlage Savannah River Site (South Carolina) dient heute noch der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Forschungsreaktoren, auch aus dem Ausland.

Nordkorea: Nordkorea betreibt neben einem Forschungsreaktor eine Wiederaufarbeitungsanlage. Sie dürfte derzeit (6.3.2021) in Betrieb sein, um das Plutonium aus dem Reaktor zu gewinnen.

Quellen:
🌍 Wikipedia: Wiederaufbereitung 
🌍 Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen

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letztmals geändert am 12.03.2021