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Schweiz 1918

Generalstreik

Die Schweizer Wirtschaft profitierte vom Ersten Weltkrieg, aber die Gewinne kamen nicht der Arbeiterklasse zugute. Die Mobilisation der Milizarmee beeinflusste die Löhne nach unten und die Lebensmittelpreise stiegen in der Kriegszeit um durchschnittlich 130 Prozent.

Die Behörden zeigten sich in der Folge durch die einsetzende Radikalisierung der Arbeiterschaft verunsichert. Im November 1918 besetzte die Armee unter dem Vorwand, einem Staatsstreich zuvorkommen zu müssen, Zürich. Die allgemeine Empörung darüber führte zu einem landesweiten Generalstreik.

Nach drei Tagen und der Drohung, die Armee einzusetzen, brach der Streik zusammen. Aber er war nicht umsonst. Eine Initiative zur Einführung des Proporzwahlrechts wurde angenommen, die 48-Stundenwoche eingeführt sowie kollektive Arbeitsverträge abgeschlossen. Zudem wurden Altersvorsorge und Arbeitslosenfürsorge ausgebaut.

Für die Schweiz stellte sich das Problem der Versorgung mit Brotgetreide und Mehl, ab 1917 auch bei Butter, Käse, Milch, Fett, Reis, Mais, Zucker, Hafer, Gerste, Kartoffeln und Fleisch.

Die Schweiz befand sich im Spätherbst 1918 in einer innenpolitischen Zerreissprobe. «Die Stunde ist ernst, bitter ernst», rief Arbeiterführer Robert Grimm am 13. November seinen Amtskollegen im Nationalrat entgegen.

Als Waffenchef der Kavallerie und später als Divisions- und Korpskommandant modernisierte Ulrich Wille zu Beginn des Jahrhunderts das schweizerische Wehrwesen. Er forderte die Erziehung des Bürgers zum Soldaten. Drill und Disziplin sollten die Mittel dazu sein.

Lenin verbrachte insgesamt 6 1/2 Jahre in der Schweiz. Als er im Alter von 25 Jahren zu einem Gesundheitsaufenthalt erstmals in unser Land kam, wurde er im amtlichen Reisepass als "Wladimir Iljitsch Uljanow, Erbedelmann und Rechtsanwalt" bezeichnet. Als revolutionärer Agitator hat Lenin in der Folqe länger in der Schweiz als irgendwo ausserhalb Russlands gelebt. Exilphasen von längerer Dauer fallen in die Zeit von 1903 bis 1905 und 1908 in Genf, von 1914 bis 1915 in Bern und von 1916 bis 1917 in Zürich.

"1998 ist das Jahr der Jubiläen. In diesem Jahr jähren sich 350 Jahre Westfälischer Friede – er brachte die Unabhängigkeit vom Deutschen Reich, 200 Jahre Helvetik – das ist der Aufbruch zur neuen Eidgenossenschaft, 150 Jahre Bundesstaat – die Begründung des modernen schweizerischen Staates. Vor 80 Jahren brach der Landesstreik aus und seit 50 Jahren haben wir die AHV. Jedes dieser Jubiläen hat unser Land geprägt und jedes kann verschieden interpretiert werden. Wichtig ist, dass wir nicht verklärend zurückblicken, sondern sie für die Arbeit an unserer Zukunft verwenden." Aus der 1.-August-Rede vom damaligen Bundesrat Moritz Leuenberger 1998 in Rohrbach.

Zusammengestellt Januar 2002. Letztmals aktualisiert Januar 2021.

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letztmals geändert am 12.03.2021