HOME  ☆ KERNKRAFT  ☆ WESTERN  ☆ IMPERIALISMUS  ☆ INDIANER  ☆ MEER  ☆ LANDESSTREIK  ☆ KONTAKT 

Western

Sam Peckinpah (1925 - 1984)

David Samuel Peckinpah. Geboren am 21. Februar 1925 in Fresno, Madera County, Kalifornien, USA. Gestorben am 28. Dezember 1984 in Inglewood, Kalifornien.

Seine Todesballette in Zeitlupe sind legendär und wurden in der Folgezeit häufig nachgeahmt. Seine Western brachen mit den Regeln des Genres, und um seine Werke entzündeten sich jahrelange Diskussionen um die Darstellung von Gewalt im Film.

sam peckinpah

Der Halbindianer Sam Peckinpah war ein "Outlaw in Hollywood". Er feierte Aussenseiter und Einzelgänger, denen Unabhängigkeit alles bedeutet, und er hielt am Ideal des sich selbst treu bleibenden Helden fest, der untergeht, weil sich die Zeiten ändern. Der Satz "It ain't like it used to be", der in seinem Film Sacramento RIDE THE HIGH COUNTRY (1962) fällt, charakterisiert diese stoische Haltung stolzer Verlierer, die in Herbstlandschaften oder Ruinen bewusst in den Tod gehen oder, wie in seiner poetischen Ballade Abgerechnet wird zum Schluss THE BALLAD OF CABLE HOGUE (1970), von einem Auto als Symbol der neuen Zeiten überfahren werden. Sacramento begründete gemeinsam mit John Fords Der Mann, der Liberty Valance erschoss (The Man Who Shot Liberty Valance, 1962) den Spätwestern.

Peckinpahs Weltsicht erreichte ihren Höhepunkt in The Wild Bunch - Sie kennen kein Gesetz THE WILD BUNCH (1969); ursprünglich ein Prestigeprojekt des Warner-Studios, das die erfolgreichen Italo-Western übertreffen sollte. Eine Gruppe alternder Outlaws flieht nach einem misslungenen Überfall nach Mexiko, stellt sich in den Dienst eines konterrevolutionären Generals und wird in einem Showdown, wie ihn das Kino noch nie gesehen hatte, aufgerieben. Peckinpahs exzessiv physisches Kino, durch furiose Montage, Wechsel von Realzeit und Zeitlupe und einer hyperrealistischen Tonspur eine Explosion von Reizen, galt lange Zeit als ultrabrutal.

Peckinpah hatte als Assistent des Action-Regiseurs Don Siegel angefangen und jahrelang für das Fernsehen als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent (u.a. die Serie Wanted, mit Steve McQueen) gearbeitet, bevor er mit dem Western Gefährten des Todes DEADLY COMPANIONS (1961) als Spielfilmregisseur debütierte. Sein Bürgerkriegsfilm Sierra Chariba MAJOR DUNDEE (1965, mit Charlton Heston und Richard Harris) wurde vom Studio umgeschnitten, THE WILD BUNCH kam nur gekürzt heraus, und Peckinpahs zweites Meisterwerk PAT GARRETT AND BILLY THE KID (1973), in dem James Coburn und Kris Kristofferson das Ende der Western-Träume von Freiheit durch Grossgrundbesitzer und das Gesetz erleben, wird ebenfalls gekürzt, existiert aber in einem restaurierten Director's Cut.

Nach Mexiko treibt es Steve McQueen als Gangster in THE GETAWAY (1972) in einem Road Movie, das durch die ehelichen Konflikte des Gangsters eine zweite Spannungsebene erhält. Mexiko als Fluchtpunkt der Outlaws ist in Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia BRING ME THE HEAD OF ALFREDO GARCIA (1974) Endstation für einen gestrandeten Amerikaner (Warren Oates), der im Kugelhagel endet. Die Killer-Elite THE KILLER ELITE (1975) zeigt die Geheimdienste als Spielball von Machtgeflechten, der Polit-Thriller Das Osterman-Weekend THE OSTERMAN WEEKEND (1983) Agenten unter permanenter Video-Überwachung. Wer Gewalt sät STRAW DOGS (1971) ist ein Vergewaltigungs- und Rachefilm um Gewalt in allen sozialen Beziehungen. Steiner - Das eiserne Kreuz CROSS OF IRON (1977), den Peckinpah für den deutschen Schulmädchen-Report-Produzenten Wolf C. Hartwig drehte, präsentiert den Landser als Peckinpah-Helden.

Gelöst ist Peckinpah nur in Abgerechnet wird zum Schluss THE BALLAD OF CABLE HOGUE (1970), in dem ein Outlaw Wasser in der Wüste findet, und in dem Trucker-Movie CONVOY(1978, mit Kris Kristofferson), der nach einem Country-&-Western-Hit entstand. 🌍 www.kino.de 

Montage

Schnitt war für Peckinpah unverzichtbares Instrument der Gestaltung und Strukturierung eines Films. Nach Abschluss der Dreharbeiten begann für Peckinpah erst der Hauptteil seines kreativen Schaffens. Die Montage-Sessions im Schneideraum nahmen Monate in Anspruch. Das abgefilmte Material wurde zerstückelt, seziert, sortiert und entsprechend der Filmdramaturgie neu angeordnet, wobei die drei- bis vierstündigen Rohfassungen auf kinogerechte Zeitformate von etwa zwei Stunden zusammenschnurrten. Cutter Lou Lombardo, der zwei Filme Peckinpahs schnitt, beschrieb dessen Methode bei der Herstellung kürzerer Fassungen so: 'Er nimmt nur Teile der Sequenzen heraus, so dass ihre Essenz intakt bleibt'.

Neben der für ihn typischen Zeitlupe arbeitete Peckinpah mit Parallelmontage und Gegenschnitt-Folgen (vielfach zur Polarisierung von gegensätzlichen Charakteren), mit Zeitraffer, mit Wiederholungen und mit der Montage von Standfotos. Charakteristisch sind auch Sequenzen, die aus extrem vielen sehr kurzen Einstellungen zusammengesetzt sind. Auf die Spitze getrieben wird dies im Todesballett des Schlußmassakers von THE WILD BUNCH mit 352 Einstellungen in nur sechs Minuten und sieben Sekunden. Der ganze Film hatte schließlich die ungewöhnlich hohe Zahl von mehr als 3600 Einstellungen, 'mehr als jeder andere Farbfilm, der je gedreht wurde' (Lombardo). ☆ Den ganzen Artikel lesen   Quelle: 🌍 www.afk.uni-karlsruhe.de 

Filmographie

ORIGINALTITEL (Entstehungsjahr, deutscher Verleihtitel)

schutthalde.ch ♧ 2002-2021
letztmals geändert am 12.03.2021